Bereits zum dritten Mal fand in Düsseldorf die „PRÜF!“-Kundgebung statt. Am Samstag, dem 14. März 2026, versammelten sich erneut Hunderte Menschen auf der Wiese vor dem nordrhein-westfälischen Landtag, um ein gemeinsames Zeichen für die Demokratie zu setzen. Auch wir Essener Omas waren wieder im Einsatz – für das Grundgesetz und gegen Faschisten.
Neben politischen Botschaften bot die Veranstaltung auch ein vielfältiges Bühnenprogramm: Die Dortmunder Indie-Rock-Band „Bruchbude“, Kabarettistin und Impro-Künstlerin Katie Freudenschuss, sowie die Stand-up-Komiker Dave Davis und „Quichotte“ sorgten für Unterhaltung. Durch das Programm führte Markus Barth, Stand-up-Comedian und Autor.
Eine klare Forderung: Parteienprüfung durch das Bundesverfassungsgericht
Die Botschaft der Initiative ist eindeutig: Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextrem gelten, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.
Die Organisatoren fordern, dass sich das Land Nordrhein-Westfalen in einem formalen Beschluss für diese Überprüfung einsetzt und sich im Bundesrat aktiv dafür starkmacht, ein entsprechendes Verfahren anzustrengen.
Kulturbranche steht hinter der Initiative
Gegründet wurde „PRÜF!“ von Persönlichkeiten aus der Kulturbranche. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler unterstützen die Bewegung – darunter auch Autor und Poetry-Slammer Sebastian 23, der bereits im Februar bei der „PRÜF!“-Tanzdemo auftrat.
„Demokratie ist unser höchstes Gut. Sie ist der Kern einer freien Gesellschaft, in der alle Teil eines Ganzen sind, das sie mitgestalten“, betonte Sebastian 23. „Nicht nur an der Wahlurne, sondern jeden Tag und überall – besonders dann, wenn es gilt, die Demokratie selbst zu schützen.“
Initiator Nico Semsrott: „Ordnung muss sein!“
Initiator der bundesweiten Bewegung ist Nico Semsrott, bekannt als „Demotivationstrainer“ und ehemaliges Mitglied des EU-Parlaments. Mit einer Mischung aus Ironie und Ernst verweist Semsrott auf die deutsche Gründlichkeit:
„In unserem Rechtsstaat ist es Parteien verboten, die Demokratie abzuschaffen – so steht es im Grundgesetz. Und in Deutschland ist es völlig normal, alles zu prüfen. Es wäre also widersprüchlich, auf eine Prüfung zu verzichten, die möglich und geboten ist.“
Bundesweite Bewegung wächst weiter
Die „PRÜF!“-Demonstrationen sind längst kein NRW-Phänomen mehr. Jeden Monat schließen sich weitere Bundesländer an, um den Druck auf die Politik zu erhöhen.
Demonstriert wird bundesweit jeweils am zweiten Samstag im Monat um 14:00 Uhr – solange, bis der Bundesrat die Prüfung beantragt hat.






